How to „Kleiderschrank“


Der Kleiderschrank - Ein heikles Thema, ich weiß.
Laut einer Umfrage von Greenpeace aus dem Jahr 2025 besitzen wir pro Kopf durchschnittlich ca. 90 Kleidungsstücke. So weit so gut.
Jetzt wird’s allerdings ungemütlich: Gut 33 bis 40 Prozent werden gar nicht getragen. Oder höchst selten! Das ist dann schon richtig doof. Denn das bedeutet, dass wir Geld ausgeben (das wir in unserem Job gegen Lebenszeit getauscht haben!) für Dinge, die dann nicht ihrem Zweck entsprechend genutzt werden.
Ups.
Nur rund 40 Prozent unseres Schrankes ziehen wir regelmäßig und oft an.
Der durchschnittliche Deutsche kauft pro Jahr ca. 60 (!) neue Teile und davon Taschenrechnerauskram wird jedes 5. Teil, also 12 Stück in den Schrank gehängt und sieht das Tageslicht nie wieder.
So, genug mit Statistiken!
Ärmel hochkrempeln und los geht’s, wenn es dir so geht wie oben beschrieben und du das gerne ändern möchtest.
Die „Anamnese“
Eine kuriose Begleiterscheinung dieser Situation ist, dass wir das Gefühl haben, „nichts zum Anziehen“ zu haben.
Wenn ich frage, was denn das „Thema“ ist bei dem Kleiderschrank höre ich zum Beispiel Folgendes:
Ich hab den Schrank voll Klamotten, aber nichts anzuziehen. Quasi ein Schrank voll „Nichts“.
Ich finde nichts.
Zu dem Teil passt irgendwie nichts von meinen anderen Sachen. Ich weiß nicht, wie ich es kombinieren soll.
Einige Sachen sind mir zu klein geworden (wer kennt es nicht?)
Das hatte ich noch nie an und weiß gar nicht warum.
Und so weiter…
Die „Diagnose“ – kurz und knapp
Zu viele „Schrankleichen“ aus unterschiedlichsten Gründen.
Keinen Überblick mehr, weil ein funktionierendes System fehlt und weil die „Schrankleichen“ das verdecken, was du wirklich magst.
Die „Therapie“ - Let's go!
Ich gebe zu:
Jetzt wird es ein bisschen anstrengend, denn an dieser Stelle, gehen wir gemeinsam auf „Schatzsuche“. Oder besser gesagt: Wir legen die „Schrankschätzchen“ frei und trennen uns von dem, was dich daran hindert, einen schönen, ordentlichen und gut funktionierenden Kleiderschrank zu haben.
Wie bei jedem Organizing Projekt wird es an diesem Punkt erst mal schlimmer, bevor es besser wird. Aber da gehen wir gemeinsam durch:
Alles muss raus aus dem Schrank!
Jedes Teil wird gecheckt. Bei Sachen, die du sowieso gerne trägst, ist das kein Problem. Aber denk einmal an die berühmten 40 Prozent vom Anfang.
Es hat immer einen Grund, warum du bestimmte Kleidungsstücke nicht trägst, auch wenn er dir bisher vielleicht nicht wirklich bewusst war. Hier ein paar Beispiele, die dir helfen könnten, der Sache mal auf den Grund zu gehen:
Falsche Größe
Die berühmten „da-passe-ich-irgendwann-mal-wieder-rein“-Klamotten. Bitte sei jetzt ganz stark: Das wird vermutlich nicht eintreten. Das sage ich nicht, um jemanden zu beleidigen oder zu demotivieren. Aber das Leben läuft meist nicht so. Und willst du bis zu diesem Zeitpunkt immer wieder mit einem schlechten Gewissen auf diese Kleidungsstücke schauen, die den Dingen den Platz wegnehmen, die wirklich zu dir deinem jetzigen Leben passen?
Material
Es gibt Materialien, die fühlen sich auf deiner Haut vielleicht einfach nicht gut an. Wenn ich etwas Kratziges direkt auf der Haut haben, bekomme ich die Krise! Deshalb konnte ich leider auch diese zauberhafte Spitzentunika nicht behalten, die mir eine ganz liebe Freundin geschenkt hat. Ich hätte heulen können! Aber ich wusste, das wird nix mit uns beiden.
Bei Stricksachen mit Lurex-Anteil passiert mir das auch manchmal.
Passform
Unsere Körper sind alle verschieden und das ist auch gut so. Meine Güte, wäre das sonst langweilig! Darauf nimmt die Modeindustrie aber keine Rücksicht.
Kleines Beispiel gefällig?
Es passiert mir ab und zu, dass Blusen in meiner Größe einen zu engen Ärmel haben. Kauf ich nicht, auch wenn die Bluse noch so hübsch ist. Ich will mich in meinen Klamotten wohl fühlen. Punkt.
HOSEN!!! Ganz heikel! Wenn sie in der Taille passen, dann ist die Hüfte zu eng. Wenn eine Hose nicht gut sitzt, dann ab damit zum Schneider. Vielleicht kann der was retten. Ansonsten darf sie gehen.
Fehl-/Frustkauf
Passiert den besten von uns!
Gründe:
Der Kauf aus einer Laune heraus.
Oder weil ich mich schlecht gefühlt habe.
Beide Arten von Käufen passieren aus einem Gefühl heraus: Wir wollen uns belohnen oder schlechte Gefühle „wegshoppen“.
Ein Kauf ohne Plan und die Folge ist, dass du ein hübsches Teil zu dir nach Hause holst, das sich mit nichts in deinem Schrank kombinieren lässt.
Gefühle mit etwas anderem zu kompensieren ist immer schwierig. Aber das würde an dieser Stelle zu weit gehen, denn ich bin keine Psychologin. Aber natürlich auch selbst leidgeprüft bei solchen Dingen:
Das schlechte Gewissen meldet sich beim Ausmisten, denn es war teuer oder ein Geschenk von XY.
Jepp. Aber du ziehst es nicht an. Das Geld wurde vor Wochen/Monaten/Jahren ausgegeben. Es ist bereits weg und wird auch nicht mehr zurückkommen.
Wenn es ein Erbstück ist und dir emotional einfach sehr viel bedeutet, dann ist das völlig in Ordnung! Auch wenn du es nicht trägst. Aber der Schrank sollte nicht allzu viele solcher Schätze enthalten, sonst wird es unübersichtlich.
Vielleicht würde hier ein Foto helfen? Oder du wirst kreativ und machst etwas anderes daraus?
Zusammen gehen wir alles durch und du behältst nur das, was du liebst und gerne anziehst.
Das System
Das ist ein super wichtiger Teil, des Prozesses.
Denn wenn wir alles einfach wieder in den Schrank packen, wird die Ordnung wahrscheinlich nicht lange vorhalten.
Wir checken den Platz und die Maße und überlegen mit welchen Organizern (neu oder du hast vielleicht schon was daheim) du gut zurechtkommst. Das ist das A und O: Es muss für dich funktionieren. Nur dann ist Ordnung auch wirklich nachhaltig.
Und eines kann ich versprechen:
Es wird eine Last von dir abfallen und du wirst erkennen, wie „leicht“ ein Kleiderschrank sein kann.
Getreu dem Motto:
„Mehr Ordnung, Mehr Klarheit. Mehr Leichtigkeit.“




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